Clara Schumann war eine herausragende Pianistin ihrer Zeit. Zunächst ein Wunderkind, wie es einige damals gab und heute noch gibt. Sie wurde von ihrem Vater zur Musikerin erzogen und sie erfüllte seine Vorstellungen, zumindest in Punkto Musik vollkommen. Sie trat 1828 mit 9 Jahren das erste Mal öffentlich in ihrer Heimaltstadt Leipzig auf und gab 1891 mit 71 ihr letztes Konzert, sie wurde eine der gefeiertsten Klaviervirtuosen, gehörte zu den top five ihrer Generation.

Obwohl weniger extravertiert, löste sie ähnliche Begeisterungsstürme aus wie ein Franz Liszt. Allerdings genoss auch sie es, die ein oder andere Saite des Konzertflügels zum Zerspringen zu bringen. 

 

Foto: Die Klasse 6d am Schumann-Grab

6d am Schumanngrab 2

 

 

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Besonders bewundert wurde an ihrem Spiel eine gesanglich gestaltete Melodieführung und sie war bekannt für ihre raschen Tempi. Jedoch wurde auch ihre würdevolle und anmutige Haltung beim Spielen geschätzt, die ihrem kraftvollen Vortrag aber keinen Abbruch tat. Überhaupt war sich Clara Schumann ihrer öffentlichen Persona sehr bewusst und schaffte es, noch zu ihren Lebzeiten ein Bild von sich zu kreieren, das den damaligen Erwartungen an eine Frau, das heißt Ehefrau und spätere Witwe und Mutter entsprach. 

Dass Clara Schumann, geborene Wieck auch ihren eigenen Kopf hat und eigene Vorstellungen auch gegen Widerstände durchsetzten kann, beweist sie, als sie sich als Jugendliche in Robert Schumann, Klavierschüler ihres Vaters verliebt und sich später mit ihm verlobt. Der Vater ist gegen diese Verbindung, untersagt jeglichen Kontakt. Doch Robert und Clara wollen nicht von einander lassen, schreiben sich heimlich Briefe. Robert erstreitet endlich die Heirat vor Gericht. Das Verfahren dauerte über in Jahr, in dem sich die Verlobten nur sehr wenige male sehen. Clara heiratet den 30-jährigen Robert einen Tag vor ihrem 21. Geburtstag im Jahr 1840. Clara wird 8 Kinder zur Welt bringen, den Jüngsten als Robert bereits in Endenich in einer Heilanstalt ist. Sie hat zwei Fehlgeburten, ein Sohn stirbt noch als Baby. Clara und Robert verbringen 12 Jahre Ehe, in denen Robert komponiert, eine Musikzeitschrift herausgibt und schließlich in Düsseldorf Musikdirektor des Allgemeinen Musikvereins wird. In dieser Zeit kommt Clara ihren Pflichten als Hausfrau und Mutter nach, wobei sie von zwei Hausangestellten unterstützt wird. Ihr Klavierspiel muss hinter Roberts Arbeit zurückstehen, da ihr Spiel ihn beim Komponieren stört. Sie kann also kaum üben und muss sich mit einigen wenigen Konzertreisen während ihrer Ehe begnügen, auf denen Robert sie dann meist begleitet. 

Nach 12 Jahren erkrankt Robert an einer Gehirnkrankeit, wahrscheinlich eine Spätfolge einer Syphiliserkrankung, die vor seiner Beziehung zu Clara geheilt worden war. Die Krankheit äußert sich in Gehörstörungen und Halluzinationen und ging mit massiven Schlafstörungen einher. Der Zersetzungsprozess seines Gehirns schreitet immer weiter fort. Im Februar 1854 versucht Robert sich das Leben zu nehmen, indem er von einer Rheinbrücke springt. Daraufhin wird er in eine Heilanstalt in Endenich, damals noch bei Bonn, eingeliefert. Er stirbt dort zwei Jahre später. Auf Anraten der Ärzte hat Clara ihn dort nicht besucht, sie sah ihn nur noch einmal kurz vor seinem Tod.

Nach Roberts Einlieferung und der Geburt ihres letzten Kindes änderte sich Claras Leben von Grund auf. Sie konnte sich nun wieder der Musik widmen. Sie begann wieder Konzerte zu geben und war die meiste Zeit des Jahres unterwegs. Sie verbrachte wenig Zeit zu Hause und gab ihre Kinder in verschiedenen Städten zur Pflege. Die Geschwister lebten nicht wieder über einen längeren Zeitraum gemeinsam in einem Zuhause. Clara Schumann begründete ihre vielen Konzertreisen damit, dass sei Geld für ihre Familie verdienen müsse. Dies stimmt auch bis zu einem gewissen Grad, doch für die Sicherung der Familie hätten auch wesentlich weniger Konzerte ausgereicht, schließlich war Clara Schumann eine der bestverdienenden Klaviervirtuosen ihrer Zeit und verfügte außerdem über ein größeres Vermögen und verdiente an den Kompositionen ihres Mannes. Ihre rege Konzerttätigkeit war also nicht nur eine finanzielle Notwendigkeit, sondern auch Ausdruck persönlicher Selbstverwirklichung und künstlerischen Ehrgeizes. In sofern könnte man ihre Ehe und das häusliche Leben bis Roberts Einlieferung und folgenden Tod als Unterbrechung des Lebens als Klaviervirtuosin ansehen, das Claras Vater für sie vorgesehen hatte. (K.W.)

 

 

 

Was unsere FünftklässlerInnen über Clara und Robert Schumann herausgefunden haben und für wissenswert halten:

Clara war das zweite Kind des Musikpädagogen und Klavierhändlers Friedrich Wieck und dessen erster Frau Marianne (Xenia). Clara hatte vier Geschwister. Sie hießen Adelheid (als Kind schon gestorben), Alwin, Gustav und Victor (Lili, Zoe). Ihr Vater war ihr und Roberts Klavierlehrer (Leon). Clara lernte erst richtig sprechen, als sie mit etwa vier Jahren ein Jahr lang getrennt von ihrem Vater bei ihren Großeltern lebte (Birte, Elisa, Aida, Zoe). Clara schrieb als Kind Tagebuch, aber ihr Vater hatte es einfach gelesen (Raphael). Am 20. Oktober 1828 trat sie zum ersten Mal als Pianistin auf. Da war sie neun Jahre alt (Sophia).

Robert Schumann hatte auch vier Geschwister (Friedrich). Er wollte seinen Ringfinger trainieren und erfand deshalb eine Bodybuilding-Maschine für die Finger. Aber dadurch wurde sein Finger gelähmt (Ella). Robert hatte zuerst eine Klavierfirma gegründet (Paul). Im Jahre 1834 gründete er die „Neue Zeitschrift für Musik“. Er kam 1843 an das Konservatorium in Leipzig (Helena).

Friedrich Wieck schickte seine Tochter Clara 1837 zu einem befreundeten Ehepaar, um sie von Robert fernzuhalten (Pauline). Er wollte nicht, dass Clara Robert Schumann heiratet. Clara und Robert sind dann vor Gericht gegangen und durften dann doch heiraten (Alwin). Danach war sie mit dem Komponisten Robert Schumann verheiratet (Paul).

Die beiden hatten acht Kinder: Maria, Elise, Julie, Emil, Ludwig, Ferdinand, Eugenie und Felix (Marit, Aida).

Nach Roberts Tod wurden fünf Kinder aus dem Haus geschickt, Ludwig und Ferdinand kamen nach Bonn (Elisa). Viele Schulen wurden nach Clara benannt, so auch unsere Schule (Diefer).